


8. Juni 2026 – Vom studentischen Hobbyprojekt zu einem der besten Arbeitgeber Deutschlands: Heute vor 25 Jahren wurde CipSoft gegründet. Der Name geht auf die „CIP-Pools“ der Uni Regensburg zurück – Computerräume, in denen die vier Firmengründer erstmals mit dem Internet in Berührung kamen. Heute entwickelt eine über 100-köpfige Belegschaft mehrere Onlinespiele und erwirtschaftet Rekordumsätze. Manches ist trotzdem noch wie früher, wie sich Geschäftsführer Stephan Vogler im Interview erinnert.
Von links nach rechts: Die vier CipSoft-Gründer Stephan Payer, Stephan Vogler, Ulrich Schlott und Guido Lübke bei der Feier zum 25-jährigen Firmenjubiläum
Mit welchen Gefühlen habt ihr CipSoft im Jahr 2001 gegründet?
Sehr starke Aufbruchsstimmung. Wir waren mit dem Studium fertig und standen vor der Wahl zwischen einem klassischen Job und einem Abenteuer. Tibia lief damals schon vier Jahre. Das Spiel zum Beruf zu machen und sich ganz Tibia zu widmen, hat unglaublich viel Spaß gemacht.
Was waren eure größten Herausforderungen?
Nach dem Studium hatten wir erstmal kein Geld. Wir haben zum Beispiel einmal vier Stunden lang darüber diskutiert, ob wir für 150 D-Mark ein Faxgerät kaufen sollen.
Wann hattet ihr zum ersten Mal das Gefühl, dass CipSoft als Unternehmen angekommen ist?
2001 war nach dem Platzen der New-Economy-Blase der Werbemarkt tot. Auf diesem Weg konnte man mit Tibia also kein Geld mehr verdienen. Wir haben dann die Möglichkeit geschaffen, dass Spieler ein Abo abschließen und für zusätzliche Inhalte im Spiel bezahlen können – was in der damaligen Zeit unvorstellbar war. Ich kann mich noch sehr gut an den Oktobertag erinnern, als die ersten Zahlungen eingingen. Da haben wir realisiert: Es geht weiter.
Und wie es weiterging: mit immer neuen Rekordumsätzen, einer stetig wachsenden Belegschaft und zahlreichen Auszeichnungen. Worauf bist du stolz, das auf den ersten Blick gar nicht so sichtbar ist?
Ich bin stolz darauf, dass es bei CipSoft nie eine Kündigungswelle gab. Klar, Tibia war all die Jahre erfolgreich. Dafür sind wir unglaublich dankbar. Aber wir entwickeln ja auch andere Spiele. Da stecken viele Leute mehrere Jahre lang ihr ganzes Herzblut hinein, und trotzdem muss man manchmal die harte Entscheidung treffen, ein Projekt einzustellen. Ich bin stolz, dass wir in solchen Situationen immer Wege gefunden haben, alle Teammitglieder an anderer Stelle im Unternehmen weiterzubeschäftigen.
Gibt es eine Geschichte, die für dich besonders gut zeigt, was CipSoft ausmacht?
Der Charakter eines Menschen, aber auch der eines Unternehmens offenbart sich immer dann, wenn es große Herausforderungen gibt. 2025 haben wir in der Geschäftsführung entschieden, Die Siedler Online von Ubisoft zu übernehmen. Ich erinnere mich noch gut an den Moment, als wir das im Unternehmen verkündet haben. Alle waren begeistert und wollten helfen. Niemand hat sich weggeduckt. Jeder war bereit, Verantwortung zu übernehmen. Das hat mich sehr stolz gemacht.
Was hat sich in 25 Jahren bei CipSoft nie verändert?
Wir haben Tibia als Freunde entwickelt und CipSoft als Freunde gegründet. Als wir anfingen, Leute einzustellen, wollten wir dieses Gefühl erhalten – mit Freunden zu arbeiten, gemeinsam etwas umzusetzen, an das man glaubt, und Spaß daran zu haben. Ich glaube, das ist uns bisher gut gelungen.